SARVESTO
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Verkäuferbedingungen

Zuletzt aktualisiert: 2026-08-01 · acerasoft LLC

1. Gegenstand

1.1 Diese Bedingungen regeln das Verhältnis zwischen acerasoft LLC als Betreiber des Marktplatzes SARVESTO und Personen, die über die Plattform Waren anbieten („Verkäufer“).

1.2 Der Betreiber stellt die Verkaufsfläche, die Zahlungsabwicklung über Stripe und die Bestellverwaltung zur Verfügung. Der Kaufvertrag über die angebotene Ware kommt ausschließlich zwischen dem Verkäufer und dem Käufer zustande; der Betreiber wird nicht Vertragspartei.

1.3 Der Betreiber ist berechtigt, Zahlungen der Käufer im Namen des Verkäufers mit schuldbefreiender Wirkung entgegenzunehmen und Erklärungen der Käufer zum Kaufvertrag (insbesondere Widerruf und Mängelanzeigen) für den Verkäufer anzunehmen und weiterzuleiten.

2. Verkäuferkonto und Anmeldung

2.1 Die Anmeldung erfolgt online. Angaben müssen wahr, vollständig und aktuell sein. Änderungen — insbesondere von Firmenname, Anschrift, Steuernummer oder Verkäufertyp — sind unverzüglich nachzutragen.

2.2 Zugangsdaten sind geheim zu halten. Der Verkäufer haftet für Handlungen, die über sein Konto vorgenommen werden, soweit ihn ein Verschulden trifft.

2.3 Vor der ersten Freischaltung eines Angebots muss die Verifizierung bei Stripe (Stripe Connect) abgeschlossen sein. Ohne abgeschlossene Verifizierung kann keine Auszahlung erfolgen; Angebote bleiben in diesem Fall offline.

3. Gewerblich oder privat

3.1 Bei der Anmeldung ist anzugeben, ob als Unternehmer („Händler“) oder als Privatperson („Privatverkäufer“) verkauft wird. Diese Angabe wird Käufern auf der Produktseite und im Bestellvorgang angezeigt und bestimmt, welche Verbraucherrechte gelten.

3.2 Wer planmäßig, wiederholt und mit Gewinnabsicht verkauft, handelt gewerblich — unabhängig von der Selbsteinschätzung. Die zutreffende Einordnung sowie sämtliche steuer-, gewerbe- und handelsrechtlichen Pflichten liegen in der Verantwortung des Verkäufers.

3.3 Der Betreiber ist berechtigt, ein Konto nach vorheriger Ankündigung auf „Händler“ umzustellen oder zu sperren, wenn die tatsächliche Verkaufstätigkeit gewerblichen Charakter hat. Maßstab sind insbesondere Zahl der Angebote, Umsatzhöhe und Regelmäßigkeit.

3.4 Händler sind verpflichtet, Verbrauchern das gesetzliche Widerrufsrecht zu gewähren, ordentliche Rechnungen auszustellen und die gesetzliche Mängelhaftung zu erfüllen.

4. Angebote und Prüfung

4.1 Angebote müssen zutreffend, vollständig und aktuell sein: Marke, Modellbezeichnung, Größe, Zustand, Preis inklusive Umsatzsteuer sowie mindestens ein eigenes, unbearbeitetes Bild der tatsächlich vorhandenen Ware.

4.2 Bei vorbesitzter Ware sind Gebrauchsspuren zu beschreiben. Fehlende oder beschönigende Angaben gehen zulasten des Verkäufers.

4.3 Jedes neue oder geänderte Angebot wird vor Freischaltung geprüft. Die Prüfung umfasst Plausibilität, Bildqualität und Preis; der Betreiber kann Herkunftsnachweise (Einkaufsbelege) verlangen. Ein Anspruch auf Freischaltung besteht nicht.

4.4 Der Verkäufer hält Einkaufsbelege mindestens für die Dauer des Angebots zuzüglich zwei Jahre vor und legt sie auf Anfrage innerhalb von fünf Werktagen vor.

4.5 Der Verkäufer stellt sicher, dass angebotene Ware verfügbar ist. Wiederholte Nichtlieferung nach Verkauf berechtigt den Betreiber zur Sperrung.

5. Verbotene Ware

Nicht angeboten werden dürfen insbesondere:

  • Fälschungen, Replikate, „Dupes“ sowie Ware mit entfernten oder veränderten Kennzeichen;
  • Ware ohne nachvollziehbare Herkunft oder aus rechtswidriger Quelle;
  • Ware, die außerhalb des EWR erstmals in Verkehr gebracht wurde, sofern der Markeninhaber dem Weiterverkauf im EWR nicht zugestimmt hat;
  • Muster ohne Verkaufsfreigabe („not for resale“), Mitarbeiterware mit Weiterverkaufsverbot;
  • Ware, die gegen Produktsicherheits-, Kennzeichnungs- oder Textilkennzeichnungsvorschriften verstößt;
  • Pelz und Exotenleder ohne die erforderlichen Nachweise (CITES).

Verstöße führen zur sofortigen Entfernung des Angebots und regelmäßig zur Kündigung des Verkäuferkontos.

6. Provision

6.1 Für jeden über die Plattform vermittelten Verkauf fällt eine Provision an:

VerkäufertypProvisionPremium Outlet (Vault)
Händler12 % + 0,35 € je verkauftem Artikel15 %
Privatverkäufer9 % + 0,35 € je verkauftem Artikel15 %

6.2 Bemessungsgrundlage ist der Bruttoverkaufspreis der Artikel des Verkäufers. Versandkosten sind nicht Teil der Bemessungsgrundlage und verbleiben beim Betreiber, der die Versandkosten gegenüber dem Transportdienstleister trägt.

6.3 Es fallen keine Einstell-, Listungs- oder Monatsgebühren an.

6.4 Die Provision wird bei Zahlung des Käufers automatisch einbehalten. Bei vollständiger Rückabwicklung (Widerruf, Rücktritt, Nichtlieferung) wird die Provision erstattet, mit Ausnahme des Festbetrags nach Ziffer 6.1, wenn die Rückabwicklung vom Verkäufer verursacht wurde.

6.5 Änderungen der Provision werden mindestens 30 Tage vorher per E-Mail angekündigt. Widerspricht der Verkäufer nicht bis zum Wirksamwerden, gilt die neue Provision als vereinbart; das Recht zur Kündigung nach Ziffer 12 bleibt unberührt.

7. Zahlung und Auszahlung

7.1 Die Zahlungsabwicklung erfolgt über Stripe. Der Verkäufer schließt hierfür eine eigene Vereinbarung mit Stripe (Stripe Connected Account Agreement) und akzeptiert dessen Bedingungen.

7.2 Je nach Zusammensetzung der Bestellung wird entweder direkt an das Konto des Verkäufers ausgezahlt (Zahlung mit Weiterleitung) oder der Betrag zunächst auf dem Plattformkonto vereinnahmt und anschließend als gesonderte Überweisung an den Verkäufer transferiert. In beiden Fällen erhält der Verkäufer den Bruttoverkaufspreis seiner Artikel abzüglich Provision.

7.3 Der Auszahlungsrhythmus auf das Bankkonto richtet sich nach den Regeln von Stripe. Der Betreiber verwahrt keine Kundengelder und schuldet keine Verzinsung.

7.4 Ist die Stripe-Verifizierung noch nicht abgeschlossen, verbleibt der Verkäuferanteil bis zum Abschluss der Verifizierung auf dem Plattformkonto. Wird die Verifizierung nicht innerhalb von 180 Tagen abgeschlossen, kann der Betreiber die betroffenen Bestellungen stornieren und den Käufern erstatten.

7.5 Der Betreiber darf Auszahlungen zurückhalten oder verrechnen, soweit begründete Ansprüche gegen den Verkäufer bestehen — insbesondere aus Rückerstattungen an Käufer, Rückbuchungen (Chargebacks) oder Verstößen gegen Ziffer 5. Die Zurückhaltung wird begründet und ist auf die Höhe der Ansprüche begrenzt.

8. Versand und Retouren

8.1 Der Verkäufer versendet innerhalb von zwei Werktagen nach Zahlungseingang, versichert und mit Sendungsverfolgung, und trägt die Sendungsdaten unverzüglich nach.

8.2 Retouren nimmt der Verkäufer an die von ihm angegebene Adresse zurück. Händler erstatten Widerrufe fristgerecht; erfolgt keine Erstattung, ist der Betreiber berechtigt, dem Käufer zu erstatten und den Betrag mit Auszahlungen des Verkäufers zu verrechnen.

8.3 Bei Privatverkäufern besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht. Weicht die Ware jedoch wesentlich von der Beschreibung ab oder ist sie keine Originalware, ist der Verkäufer zur Rücknahme und Erstattung verpflichtet.

9. Premium Outlet (Vault)

9.1 Für den Vault kann der Verkäufer Ware zur Verfügung stellen. Eröffnungspreis, Mindestpreis und Stufenplan werden vor Öffnung vereinbart und danach nicht mehr geändert.

9.2 Der Verkäufer erkennt an, dass der Verkauf zu jedem Preis zwischen Eröffnungs- und Mindestpreis zustande kommen kann, und dass ein Widerruf der Teilnahme nach Öffnung des Loses nicht möglich ist, solange das Los läuft.

9.3 Der Mindestpreis wird nie unterschritten. Wird ein Los bis zum Ende nicht verkauft, wird es geschlossen und kann erneut regulär angeboten werden.

10. Pflichten aus dem Digital Services Act

10.1 Gewerbliche Verkäufer stellen die nach Art. 30 DSA erforderlichen Angaben bereit: Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Handelsregister- bzw. vergleichbare Kennung und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, soweit vorhanden. Der Betreiber prüft diese Angaben mit angemessenen Mitteln und darf das Angebot bis zur Klärung offline nehmen.

10.2 Der Verkäufer sichert zu, dass seine Angebote den Produktsicherheits- und Kennzeichnungsvorschriften entsprechen und dass er über die erforderlichen Erlaubnisse verfügt.

10.3 Meldungen über rechtswidrige Inhalte werden nach Art. 16 DSA bearbeitet. Betroffene Verkäufer werden über Entfernungen begründet informiert und können widersprechen (Streitbeilegung).

11. Rechte an Inhalten

11.1 Der Verkäufer räumt dem Betreiber ein einfaches, räumlich unbeschränktes, unentgeltliches Recht ein, die eingestellten Texte und Bilder zum Betrieb und zur Bewerbung der Plattform zu nutzen, zu bearbeiten (Zuschnitt, Farbanpassung, Größenanpassung) und zu vervielfältigen.

11.2 Das Nutzungsrecht besteht über das Ende des Angebots hinaus, soweit es der Dokumentation abgeschlossener Verkäufe dient.

11.3 Der Verkäufer sichert zu, über alle erforderlichen Rechte an den eingestellten Inhalten zu verfügen und keine Rechte Dritter zu verletzen.

12. Sperrung und Kündigung

12.1 Beide Seiten können das Verkäuferverhältnis jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen in Textform kündigen. Laufende Bestellungen sind noch vollständig abzuwickeln.

12.2 Der Betreiber kann Angebote sofort entfernen und das Konto sperren bei Verstoß gegen Ziffer 5, bei falschen Angaben zum Verkäuferstatus, bei wiederholter Nichtlieferung oder bei begründetem Verdacht auf Fälschungen. Die Sperrung wird begründet.

12.3 Nach Beendigung werden fällige Auszahlungen nach Ablauf der Retouren- und Rückbuchungsfristen, spätestens 90 Tage nach der letzten Bestellung, angewiesen.

13. Haftung und Freistellung

13.1 Der Betreiber haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit sowie bei Übernahme einer Garantie. Bei leicht fahrlässiger Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt; im Übrigen ist sie ausgeschlossen.

13.2 Der Verkäufer stellt den Betreiber von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer Verletzung dieser Bedingungen beruhen — insbesondere aus Marken-, Urheber- oder Wettbewerbsrecht sowie aus Verbraucherschutzverstößen. Die Freistellung umfasst angemessene Kosten der Rechtsverteidigung.

13.3 Eine Umsatz- oder Erfolgsgarantie wird nicht übernommen. Sichtbarkeit, Platzierung und Sortierung der Angebote bestimmt der Betreiber.

14. Schlussbestimmungen

14.1 Es gilt deutsches Recht. Ist der Verkäufer Unternehmer, ist Gerichtsstand der Sitz des Betreibers, soweit gesetzlich zulässig.

14.2 Änderungen dieser Bedingungen werden mindestens 30 Tage vorher per E-Mail mitgeteilt. Aktuelle Fassung: 2026-08.

14.3 Kontakt für alle Verkäuferangelegenheiten: support@vestrasales.com.

Hinweis

Diese Bedingungen sind betriebsbereit formuliert, aber keine Rechtsberatung. Insbesondere die Regelungen zu Provision, Verrechnung und Zurückbehaltung sollten vor dem Livegang anwaltlich geprüft werden, ebenso die Frage der Umsatzsteuerpflicht der Vermittlungsleistung.